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Wednesday, May 23, 2007

Farben können lügen

Farben sind ein sehr wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens.
Und wie bei allen Dingen mit denen wir täglich zu tun haben, stellt man fest, dass bestimmte Erwartungen/Vorhersagen von unserem Gehirn getroffen werden.
Diesen Effekt kann man ausnutzen um z.b. die Illusion von Tiefe in ein zweidimensionales Bild zu bringen.
Penn & Teller zeigen diesen Effekt sehr schön in diesem Videoclip:


In der Photographie macht man sich diesen Effekt auch zunutze - der graduierte Hintergrund lässt das Bild "tiefer" erscheinen als es in Wirklichkeit ist:
The Hostage Situation

Optische Illusionen sind deshalb ein so wichtiges Werkzeug im Bereich der Neurowissenschaften weil sie auf relativ einfache Art und Weise zeigen auf welchen (simplen) Regeln unser Denken und unsere Wahrnehmung beruht.
Die gleichen Prinzipien sind ausserdem auf alle anderen Arten der Wahrnehmung übertragbar; so gibt es z.b. genauso auditive Illusionen (wir hören Instrumente die gar nicht gespielt werden) - und v.a. sensorische Illusionen.

Optische Illusionen sind weithin bekannt und werden leider mehr als Vergnügen und kurzweiligen Zeitvertreib angesehen. Beschäftigt man sich aber intensiver mit ihnen und entdeckt die Querverbindungen u.a. zum Thema Schmerz kann man sie als wertvolle und extrem leistungsfähige Werkzeuge ansehen. Dazu aber in anderen Postings mehr.

Ein Tip noch zum Schluss - auf dieser Website findet man jede Menge verschiedener optischer Illusionen die auch immer wieder durch Neuzugänge erweitert wird.
Ich möchte jedem besonders diese Art von Illusion ans Herz legen.
Einfach für 20-30 Sekunden in die Mitte des Bildes schauen und danach am besten auf den eigenen Handrücken.
Selbst wenn man weiss dass sich da nicht wirklich etwas bewegen kann ist es unmöglich diesen Effekt zu unterdrücken. Das sollte einem einen Hinweis darauf geben welche "Macht" unser visuelles System ausüben kann.

Sunday, May 13, 2007

Die meiste Zeit sind wir alle blind

Psychologen und Neurowissenschaftler aller Richtungen haben in den letzten 50 Jahren sehr viel über uns Menschen herausgefunden. Das meiste was sie dabei entdecken ist erschreckend: wir haben kein gutes Gedächtnis sondern merken uns nur das Ergebnis einer Situation und erfinden die Details erst dann wenn wir versuchen die Erinnerung wieder abzurufen, unser momentaner "Gemütszustand" beeinflusst wie wir uns erinnern - d.h. ob die abgerufene Episode positiv oder negativ war, etc.
Auch was den Umgang mit unseren Mitmenschen angeht hat man vieles entdeckt - dazu einige Beispielvideos. Ich empfehle den dritten Video von oben.

Mit diesem Video kann man sich selbst testen (ist 6MB gross): die Aufgabe ist es nur! die Ballwechsel zwischen den Spielern mit den weissen T-Shirts zu zählen! Bitte nur die weissen Shirts!
Nachdem der Video vorbei ist sollte man sich das Ganze nochmal in Ruhe anschauen.

Und hier noch ein Video das zeigt warum Querdenken so viel Spass macht: das gleiche Prinzip (Ablenkung) kommt auch bei Penn&Teller (und anderen Magiern) zum Einsatz:


Fazit: ein Prinzip (unsere Konzentration kann nur an einem Ort zu einer Zeit sein) - und verschiedene Art und Weisen wie sich das im Alltag äussert und wie man es - z.b. für die Therapie nutzen kann.