Saturday, August 11, 2007

Viva La Revolution! - Teil 3

Das grösste Hindernis das es zu überwinden gibt wenn es um das Verständnis der Neuromatrix Theorie geht liegt leider in uns selbst.

Dan Dennett beschreibt es so: "Wenn man jemanden über Politik fragt hat er eine Meinung. Fragt man ihn über (sein) Bewusstsein ist jeder ein Experte - auch wenn das nicht der Fall ist".

In unserem Gehirn gibt es einen Bereich (den "Interpreter" nach Gazzaniga) dessen Aufgabe es ist unserem Bewusstsein Erklärungen zu liefern -auch wenn diese absolut absurd sind. Das ist nötig damit "wir" (unser Bewusstsein) zu jeder Zeit das Gefühl haben in Kontrolle zu sein und ein einheitliches und zusammenhängendes Körperbild erzeugt wird.

Am besten sieht man was passiert wenn dieses einheitliche Körperbild nicht mehr vorhanden ist: bei schizophrenen Patienten funktioniert das nicht mehr - deshalb hören sie manchmal Stimmen die eigentlich aber nur eigene Gedanken sind die ihr Gehirn nicht mehr als eigenerzeugt erkennt. Das gleiche passiert bei Menschen die z.b. ein "Alien Hand Syndrome" entwickeln - sie verlieren die Verbindung zu ihrer Hand die sich daraufhin wie von Geisterhand von selbst bewegt.

Das führt im Extremfall soweit dass sie versuchen sich selbst den Arm abzuschneiden (er ist ja kein Teil von ihnen) - oder der Körperteil amputiert wird.

Ein weniger extremes Beispiel das die meisten schon selbst erlebt haben ist z.b. das Gefühl eines eingeschlafenen Arms oder Fusses oder einer betäubten Wange nach einem Zahnarztbesuch - auch hier hat man oft den Eindruck das der betroffene Körperteil nicht mehr zu einem selbst gehört.

Ein kleines Experiment dazu ist die sogennante Kohnstamm-Illusion: dabei stellt man sich nah an eine Wand, die Arme hängen locker neben dem Körper. Dann drückt man so fest man kann mit dem Handrücken für ca. 1 Minute gegen die Wand. Danach macht man einen Schritt zur Seite und beobachtet was passiert - der Arm bewegt sich wie von alleine nach oben.

Hier wird das Körperbild für kurze Zeit verändert indem der "Richtwert" für den Grundtonus hochgesetzt wird - und selbst hier hat man schon das Gefühl dass einem der Arm nicht mehr gehorcht.

Wie man sehen kann ist es also absolut nötig eine einheitliche Illusion aufrechtzuerhalten weil wir sonst im Alltag nicht mehr funktionieren könnten.

Nur wenn man sich von dieser Vorstellung der eigenen Perfektion trennt kann man die Neuromatrix verstehen und damit arbeiten. Man muss nämlich diese Illusion sehen als was sie ist und ihre Schwächen ausnutzen - und davon gibt es jede Menge.

Am besten eignen sich dazu optische Illusionen - sie führen jedem vor wie ungenau unser wichtigster Sinn - das Sehen ist.

Diese "Schwäche" macht sich z.b. die Spiegeltherapie zunutze: unser Gehirn - also der autonome Teil den man beeinflussen will kann nämlich nicht unterscheiden ob er ein Spiegelbild sieht oder nicht und behandelt den visuellen Input als Realität.

Das Fernsehen benutzt eine der grössten Schwächen überhaupt: die Bilder die unseren Augen präsentiert werden sind ja alles Standbilder - es findet gar keine Bewegung statt. Da aber die Bildabfolge so dicht hintereinander erfolgt kann unser Gehirn die kurzen Pausen dazwischen nicht wahrnehmen und es ergibt sich das Gefühl von Bewegung.

Wir nehmen auch nicht wahr dass der Bildschirm aus vielen kleinen Punkten besteht die nur 3 Farben darstellen können - ab einer gewissen Distanz verschwimmen die Punkte zu einem einheitlichen Bild.

The Daily Fix

Viele andere Dinge im täglichen Leben machen sich somit unsere Fehler (?) zunutze - warum soll die Therapie dabei eine Ausnahme bilden?

4 comments:

OAndreas said...

Das Verstellen von Regelkreisen kenne ich schon seit dem Bio-LK. Hier werden ja konkrete Meßwerte mit Sollwerten verglichen und dann wird entsprechend reagiert. Was ich mich frage ist, ob es möglich ist diese Regelkreise regelrecht dauerhaft umzuprogrammieren - und zwar durch andere Techniken als Training/Übung?

Übrigens ist mir diese Woche was passiert an dem ich sah, dass mein Körperbild eine Illusion ist:
meine Beine sind doch unterschiedlich lange und ich selbst merke das ja normalerweise nicht. Allerdings hab ich eine Hose, die etwas zu lange Beine hat und deswegen trete ich bei der mit dem kurzen Bein immer wieder mal hinten auf den Saum.

Und dieses Feedback hat mir diese Woche das Gefühl geraubt in Kontrolle zu sein:-) - das war total nervig und ich hab dann den Leuten schon erklärt, wieso ich immer am Hosenbein ziehe.

Matthias Weinberger said...

Nein - eine dauerhafte Umprogrammierung ist zum Glück nicht möglich. Sonst würden sich ja auch fehlerhafte Informationen einschleichen die man nie mehr los
wird.

Sogar der Effekt der Schwerkraft kann umgelernt werden. Ein Wissenschaftler hat Astronauten vor einer Shuttle Mission untersucht und sie einen Ball fangen lassen; dabei muss das Gehirn den Effekt der Schwerkraft mit einberechnen.

Nach der Mission waren sie nicht mehr in der Lage den Ball zu fangen weil ihr Gehirn noch auf Schwerelosigkeit eingestellt war. ;-)

Solche Sachen muss man natürlich nicht konzentriert beüben - das geht automatisch durch tägliche Erfahrung. So lernen wir ja auch das meiste - einfach nebenbei.

OAndreas said...

Habe gerade in der Spotlight (August 2007 Seite 28f) den Artikel "A second chance for sight" gelesen, in dem es um Implantate für Blinde geht.

Dort ist eine Aussage drin die hier sehr gut dazu passt:

"It's amazing, even with 16 pixels, how much our subjects have been able to do," says Professor Mark Humayun who has developed the device at the Doheny Eye Institute at the University of Southern California in San Francisco. "We were completely wrong... We thought from simulations that 16 would give you distinction only between light and dark and maybe some greyscale." In fact patients are able to tell the diference between objects such as a cup, a plate and a knife. They can also tell in which direction objects are moving in front of them. "The brain is able to fill in a lot of the information," he adds.

qweaq said...

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